Lerntagebuch – Der eigene Coach

Werkzeuge und Praxis

Lerntagebuch – Der eigene Coach

🗓 4. April 2015⏱ 6 Min. LesezeitBernd Wiest

Lerntagebuch: Ihr persönlicher Weg zum selbstgesteuerten Lernen

Ein Lerntagebuch ist eines der wirkungsvollsten Werkzeuge für selbstgesteuertes Lernen. Wer ein Lerntagebuch führt, reflektiert regelmäßig das Gelernte, identifiziert Lücken und entwickelt bewusst neue Lernstrategien. Das Lerntagebuch wird so zum persönlichen Coach – jederzeit verfügbar, individuell zugeschnitten und kostenlos.

Unsplash / Pixabay

Die Herausforderung beim Erlernen neuer Kompetenzen ist nicht das Lernen selbst, sondern das Umsetzen und Integrieren in den eigenen Alltag. Wer war nicht schon auf einem spannenden Seminar oder Workshop, hat ein inspirierendes Buch gelesen oder ein sehr hilfreiches Video oder Audiobook genossen. Am Ende hat man viele tolle Vorsätze – bis man wieder vom Alltag eingeholt wird und das Neue verloren geht.

Abhilfe schafft hier ein Lerntagebuch. Am besten ein elektronisches, das sowohl auf dem Computer als auch auf dem Smartphone und Tablet verfügbar ist. Ich persönlich nutze Evernote, es geht aber auch mit OneNote oder anderen Notiz-Apps, die auf allen genutzten Geräten verfügbar sind.
Wichtig ist nur, dass ich einzelne Notizen mit dem Handlungsziel als Titel anlegen kann, Texte sowie Listen und Checklisten erstellen kann und Überschriften formatiert werden können.

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Und so geht’s:
Ich frage mich vor dem Lernen:

  • Was will ich damit ereichen?
  • Was will ich anders oder besser machen?
  • Woran werde ich erkennen, dass es funktioniert hat?
  • Was ist meine Belohung ? Was habe ich davon, diese Ziele zu erreichen?
  • Welche Vor- und Nachteile habe ich, wenn ich die Ziele nicht erreiche, wenn alles so bleibt wie es ist?
  • In 5-10 Jahren: Wie wird mein Leben sein, wenn ich die Lernziele erreiche und wie, wenn ich sie nicht erreiche?
  • Lohnt sich der Aufwand wirklich für mich?

Die Antworten schreibe ich bereits vor dem Lernbeginn in meine Notiz als „Meine Lernziele“. Die wichtigsten Erkenntnisse und meine Notizen zum jeweiligen Lerninhalt schreibe ich Während des Lernens in diese  Notiz.

Am Ende nehme ich mir 1 bis 3 Dinge vor, die ich konsequent und täglich anders machen werde. Die gehen in meine Notiz ,, Selbstcoaching -Tagesplanung“. Die Liste führe ich täglich fort und sie hat immer die gleichen Rubriken:

  1. Mein Tagesziel: Ein bis maximal drei Dinge, die ich am Ende des Tages unbedingt erreicht haben will.
  2. Meine 1 Mio. € Aufgabe: Die wichtigste und wertvollste Aufgabe, um meine Ziele zu erreichen ( geht zurück auf die Legende eines Beraters des Stahlmagnaten Carnegy, bekannt als der Million Dollar Tip)
  3. Mein Frosch: Die unangenehmste Tagesaufgabe, die ich schnellstmöglich hinter mir habe will (Mehr Info dazu gibt es in dem Buch ,, Eat that Frog“)
  4. Meine Top Aufgaben: Maximal 5 Aufgaben, die ich bis Ende des Tages erledigt haben will.
  5. Lessons Learned: Am Ende des Tages notiere ich mir meine Erfolge, das, was gut funktioniert hat und was ich erreicht habe und die Punkte, die nicht optimal Waren. Ich frage mich:  Was hat mich daran gehindert auch diese Punkte gut zu machen ? Was lerne ich daraus für mich ? Was mache ich morgen besser?

In diesen Zielen müssen sich nicht nur meine Lernziele wiederfinden, ich nutze es für meine beruflichen Themen insgesamt. Aber um meine persönlichen Lernziele umzusetzen ist es ein sehr effektives Werkzeug.

Sobald die Lernziele Teil meiner täglichen Routine sind ca. 4-6 Wochen) nehme ich sie aus dem Selbstcoaching und habe wieder Platz für neue Änderungen und Lernziele.

Achtung: Veränderung dauert seine Zeit. Diese Methode hilft nicht, sich schneller zu ändern, denn das dauert so lange wie es eben dauert. Die Methode hilft, die dauerhafte Veränderung überhaupt zu schaffen, da der Fokus so lange auf den aktuellen Zielen und Aufgaben zu haben und Neues auszublenden, bis aus dem Wissen ein Tun geworden ist.

Viel Spaß beim Testen!

Ich freue mich auf Feedback und Fragen zur Methode.

Lerntagebuch führen: 5 Methoden für maximalen Lernerfolg

1. Tägliche Reflexion: Notieren Sie im Lerntagebuch, was Sie gelernt haben, was unklar geblieben ist und welche Fragen offen sind. Diese tägliche Routine verankert das Wissen tiefer.

2. Ziele setzen: Ein gutes Lerntagebuch enthält klare Lernziele. Schreiben Sie am Wochenanfang auf, was Sie erreichen wollen – und überprüfen Sie am Wochenende den Fortschritt.

3. Erfolge festhalten: Notieren Sie im Lerntagebuch auch kleine Erfolge. Das stärkt die Motivation und zeigt, dass Fortschritt stattfindet.

4. Hindernisse analysieren: Was hat das Lernen erschwert? Das Lerntagebuch hilft, wiederkehrende Muster zu erkennen und Strategien anzupassen.

5. Regelmäßig lesen: Wer sein Lerntagebuch regelmäßig durchblättert, erkennt die eigene Entwicklung – das ist der stärkste Motivator überhaupt.

Lerntagebuch digital oder analog?

Das Lerntagebuch kann analog (Notizbuch) oder digital (App, Notion, OneNote) geführt werden. Entscheidend ist die Regelmäßigkeit, nicht das Format. Probieren Sie beide Varianten aus und bleiben Sie bei der, die zu Ihrem Lernstil passt.

Weiterführende Tipps: Online-Kurse – Tipps für Lernende und Interaktive Quizzes für besseres Lernen. Extern empfehlen wir: BR Radiowissen: Lerntagebuch-Tipps.

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