Lernformen kategorisieren

Werkzeuge und Praxis

Lernformen kategorisieren

🗓 1. März 2015⏱ 6 Min. LesezeitBernd Wiest

Lernformen kategorisieren: Warum ein klares System wichtig ist

Wer Lernformen kategorisieren möchte, steht vor einer vielfältigen Landschaft an Begriffen und Konzepten. Um Lernformen systematisch kategorisieren zu können, braucht es klare Kriterien: Ort, Zeit, Sozialform, Medium und Grad der Selbststeuerung. Nur wer Lernformen kategorisieren kann, trifft fundierte Entscheidungen bei der Auswahl geeigneter Weiterbildungsmaßnahmen.

StartupStockPhotos / Pixabay

Nach wie vor gibt es keine einheitliche Kategorisierung der verschiedenen Lernformen. Es herrscht eine babylonische Vielfalt von Begriffen zur Beschreibung der angebotenen Formate. Und es vergeht kaum ein Monat, an dem nicht eine weitere „neue“ Form hinzugefügt wird.

Aus Nutzersicht – das sind die Lerner – kann aber dennoch eine entsprechende Struktur dargestellt werden. Wenn Lernen mit Medien stattfindet, beinhaltet das alle visuellen, auditiven und audiovisuellen Mittel zur Realisierung und
Unterstützung privater und öffentlicher Kommunikation.

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Medien sind dabei im Prinzip lediglich die Transportmittel des Wissens – egal ob im Internet oder in der realen Welt.

Medien können in folgende drei Medienkategorien unterteilt werden:

  1. Medium: Das technische Vehikel, die Objekte, technischen Geräte oder Konfigurationen zum Transport der Informationen – die „Hardware“
  2. Codalität: Die Codes oder Symbolsysteme der Kommunikation und Information, also Text, Grafik, Foto, Video etc.
  3. Modalität: Die Sinnesmodalität, mit der die Inhalte aufgenommen werden, also mit den Augen (visuell), mit den Ohren (auditiv), oder durch tun und anfassen (kinesthätisch). Durch Geruch und Geschmack kommt seltener vor, kann aber auch wichtig sein.

Auch die Art, wie das Wissen kommuniziert wird, kann in Kommunikationskategorien gefasst werden:

Sie kann gleichzeitig und zeitversetzt stattfinden und zwischen Einzelpersonen oder mehreren. Insgesamt ergeben sich dabei folgende Kombinationen:

Art Beteiligte synchron asynchron
Einweg 1:x Vorträge, Vorlesungen, Trainings, Live Shows, Interviews vor “Zuschauern”, Webinare Texte, Video, Audio-Books, Podcasts, Programme, Datenbanken
Zweiweg 1:1 Coaching, Privatgespräche, “Chat” über Computer, Telefonate Briefe, E-Mail
y:z Besprechungen, Meetings, Chat-Gruppen Pinwände, E-Mail-Foren, News-Gruppen

 

Mehr im Artikel: LERNEN UND LEHREN MIT TELEMEDIEN

Lernformen kategorisieren: Die 5 wichtigsten Dimensionen

1. Ort: Präsenzlernen findet am selben Ort statt, digitales Lernen ortsunabhängig. Blended Learning kombiniert beide Formen. Wer Lernformen kategorisieren will, beginnt oft mit dieser grundlegenden Unterscheidung.

2. Zeit: Synchrones Lernen (gleichzeitig, z.B. Webinar) vs. asynchrones Lernen (zeitversetzt, z.B. E-Learning-Kurs). Diese Dimension bestimmt den Grad der Flexibilität für Lernende.

3. Sozialform: Lernen kann individuell, im Tandem, in Kleingruppen oder im Plenum stattfinden. Soziales Lernen gewinnt zunehmend an Bedeutung – Peer-Learning und Communities of Practice sind bewährte Formate.

4. Medium: Text, Audio, Video, interaktive Simulationen – jedes Medium hat Stärken für bestimmte Lernziele. Multimediale Designs verbinden mehrere Sinneskanäle und erhöhen die Behaltensleistung.

5. Selbststeuerung: Formales Lernen folgt einem vorgegebenen Curriculum, informelles Lernen entsteht im Prozess der Arbeit. Selbstgesteuertes Lernen liegt zwischen diesen Polen und gewinnt in modernen Organisationen an Bedeutung.

Praktische Anwendung in der Personalentwicklung

Wer in der Praxis Lernformen kategorisieren will, nutzt diese Dimensionen als Entscheidungsrahmen. Je nach Lernziel, Zielgruppe und verfügbaren Ressourcen eignen sich unterschiedliche Formate. Eine strukturierte Kategorisierung hilft, Lernlandschaften systematisch zu gestalten statt willkürlich Einzelmaßnahmen aneinanderzureihen.

Weiterführend: Digitale Personalentwicklung und Online-Kurse – Tipps für Lernende. Extern: E-Teaching.org: Lehrszenarien und Lernformen.

Fazit: Systematisch Lernformen auswählen

Wer Lernformen kategorisieren kann, handelt als Personalentwickler strategisch statt reaktiv. Ein klares Kategorisierungssystem spart Zeit bei der Planung, erhöht die Passgenauigkeit der Maßnahmen und verbessert die Lernergebnisse messbar. Beginnen Sie noch heute damit, Ihre bestehenden Weiterbildungsangebote nach diesen fünf Dimensionen zu ordnen – die Erkenntnisse werden überraschend sein.

Die Vielfalt der verfügbaren Lernformate ist eine Stärke moderner Personalentwicklung. Sie ermöglicht es, unterschiedliche Lerntypen, Lerntempos und Lernkontexte zu berücksichtigen und individuelle Lernpfade zu gestalten, die wirklich zur jeweiligen Person und Situation passen. Das ist der Kern zeitgemäßer, lernerzentrierter Weiterbildung.

Nutzen Sie die beschriebenen fünf Dimensionen als praktisches Werkzeug, kombinieren Sie Formate gezielt und evaluieren Sie regelmäßig den Lernerfolg Ihrer Maßnahmen.

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